2019 – Camino de Santiago

09.03.2019 – 20.04.2019

St-Jean-Pied-de Port – Santiago de Compostela

Warum der Jakobsweg?

Ich bin nicht religiös aufgewachsen und habe ehrlich gesagt sehr lange Zeit mit dem Glauben meine Mühen.

Je älter ich wurde, desto mehr genoss ich in die Kirche zu gehen. Ob es jetzt Gott ist, oder einfach die friedliche Gesellschaft, weiss ich bis heute nicht.

Was ich weiss ist, dass ich mich sehr wohl und glücklich fühle dabei.

Ich brauchte im Sport immer ein Ziel, das ich durch meine Verletzungen sehr lange nicht mehr hatte.

Darum bin ich auf den Jakobsweg gekommen. Dies ist für mich gleichermassen eine mentale sowie sportliche Herausforderung.

Die Geschichte

Einer der berühmtesten Pilgerwege, der zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt, ist der Camino de Santiago, oder zu Deutsch auch “Jakobsweg” genannt. Es gibt mehrere Routen um den Jakobsweg zu bezwingen, dabei ist der Camino Francés der wohl bekannteste und am meisten genutzte.

In der Apostelgeschichte stirbt Jakobus in Palästina durch das Schwert (Ap. 12,2). Laut einer Legende hat Jakobus zuvor in Spanien missioniert und wurde durch treue Gefolge dorthin zurückgebracht und an jener Stelle, wo sich heute die Kathedrale von Santiago befindet, begraben.

Einer anderen Legende nach wurde sein Leichnam von einem von Engeln getragenen Schiff transportiert. Ein Einsiedler beobachtete sogar Lichterscheinungen und ein Marmorbogen wies auf ein Grab hin. Der Bischof Theodemir ließ das Grab öffnen und schrieb die Gebeine dem Apostel Jakobus zu. Daraufhin wurde eine Kapelle über dem Grab errichtet, und dies stellt den Anfang des heiligen Ortes Santiago de Compostela dar.

Die Verehrung des Heiligen Jakobus stärkte auch die christliche Identität der Spanier, was ihnen vor allem im Kampf gegen die Mauren behilflich war. Man kann mit Recht behaupten, dass die Entdeckung und Heiligsprechung des Grabes die Geschichte Europas mit beeinflusst hat. Einerseits war dies der Ausgangspunkt für die Reconquista, also die Rückeroberung Spaniens, und andererseits wurde mit ihr erstmalig das Pilgern zu einem Massenphänomen.

Zweifel an der Echtheit der Gebeine und des Grabes gibt es natürlich, aber bei einer Glaubensweisheit spielen nur selten Fakten eine Rolle. Alleine der Glaube und die Wirkung auf die Menschen sind ausschlaggebend. Der Anblick der Kathedrale von Santiago de Compostela hat jedenfalls einen unbeschreiblichen Eindruck auf jeden Menschen und ich kann Ihnen nur empfehlen, sich diesen nicht entgehen zu lassen.